DAS PROJEKT

Auszüge aus dem Vorwort:

„In Afrika kochen wir nach Gefühl“ und „Wir kochen zusammen“, höre ich immer wieder und wieder. Ich weiß noch, wie ich mich vor diesem Projekt einmal fragte, wie oft ich alleine gegessen habe; zu oft! Wann haben wir im Westen aufgehört, miteinander zu kommunizieren?

2016 begann ich mich zu fragen: Warum klingt alles, was ich über Afrika weiß, so trostlos? Warum sprechen wir im Westen von Afrika als sei es ein Land und nicht ein Kontinent mit 54 Ländern?

Eines Morgens bin ich mit der Idee aufgewacht, wie ich dazu beitragen kann, dieses Bild zu ändern: Mach ein Kochbuch. Kein normales Kochbuch, sondern eines mit Rezepten von ganz normalen Afrikanerinnen und Afrikanern aus allen Schichten, zubereitet in der Privatsphäre ihrer eigenen Küchen, mit Menschen, die mir ihre Geschichten erzählen und mir durch ihr Essen ihr Afrika erklären. Ich wollte den Kontinent einfach und persönlich beschreiben, ohne Klischees, aus dem echten Leben; seine Vielfalt aufzeigen, die so viel mehr umfasst als Safaris, Kriege und Hungersnöte. Den Titel „Eating with Africa“, wählte ich bewusst, um zu unterstreichen, dass nicht alle Menschen in Afrika Hunger leiden. Es gibt hier Nahrungsmittel und es wird jeden Tag gegessen.

Alles begann im Dezember 2017 in Malawi und mit dem Ziel, zehn Länder in verschiedenen Ecken des Kontinents zu bereisen und in jedem bis zu fünf Haushalte zu besuchen. Abgesehen von meiner Idee und meiner Vision hatte ich nichts und niemanden, der mich unterstützte. Ich setzte mir eine Frist von grob einem Jahr, in dem ich zwischen Afrika und Deutschland pendelte…ich wollte ermöglichen, dass andere meine Reisen ab dem ersten Tag aus nächster Nähe und ganz persönlich verfolgen konnten, indem ich sie in den sozialen Medien dokumentierte. Ich wollte damit auch zeigen, dass, wenn ich das schaffe, es jeder schaffen kann. Finanziell galt es neben den Reisekosten einiges zu stemmen, darunter Lebensmittel-Großeinkäufe und die Entlohnung der Übersetzer und Familien, mit denen ich Zeit verbrachte. Meine Zeit war straff durchgeplant, mit wenig Schlaf und langen Reisetagen. Nur selten gab es im Vorfeld einen Plan; so entstand Raum für magische Momente und spontane Begegnungen. Meistens fand ich nach meiner Ankunft einheimische Übersetzer, denen ich erklärte, was ich machen wollte und wir haben dann gemeinsam nach Familien recherchiert…

Die Küche ist der Mittelpunkt des Lebens, hier kommen Familien und Freunde zusammen, um sich auszutauschen und zu essen. Mit „Eating with Africa“ will ich Menschen ermutigen, zu den Wurzeln der frischen und oft einfachen Küche zurückzukehren, zusammen zu kochen und dies vor allem mehr nach Gefühl zu tun. Für alle, die das schwierig finden, habe ich im Buch auch Maßangaben zusammengetragen.

Eine Frage, die mich seit Beginn des Projekts nie losgelassen hat, bleibt jedoch: Warum haben so viele Länder in Afrika noch immer zu kämpfen? Warum leben so viele Menschen noch immer von nur einer Mahlzeit am Tag? Im Buch werden manche Probleme angesprochen…Es gibt aber nicht die eine Lösung, die alles abdeckt wie ein Pflaster. Wandel beginnt unten und oben – man braucht ein starkes Fundament, aber auch einen guten Architekten.

Genauso wie der Westen hat auch Afrika Systeme. Was an einem Ort funktioniert, funktioniert nicht automatisch auch an einem anderen. Ich persönlich glaube, der Kontinent muss aus eigener Kraft aufsteigen, braucht dabei aber Unterstützung. Von schlüsselgebender Bedeutung ist für mich dabei das sogenannte Community Led Development.

Im März 2019 trat ich meine letzte Reise an, nach Sierra Leone. Der Zufall führte mich zu einer NGO/Startup namens OneVillage Partners, die mit Dorfgemeinschaften die Ursachen ihrer Probleme analysiert und nur sehr gezielt durch finanzielle Unterstützung, Ausbildung und Hilfestellung selbst eingreift – alle Entscheidungen und die eigentliche Arbeit übernehmen die Dorfgemeinschaften selbst. Ich war überglücklich, persönlich die Ergebnisse dieser Arbeit zu erleben und habe auch mit zwei Frauen aus einem der teilnehmenden Dörfer gekocht. Die Geschichte darüber findet ihr im Buch und mehr über das Projekt findet ihr auf www.onevillagepartners.org

Ein Teil des Erlöses jedes verkauften Kochbuchs unterstützt den weiteren Ausbau dieses Programms, damit mehr Gemeinden in Afrika auf diese Weise aufblühen können. Für mich ist dies keine Charity, vielmehr gehört wohlüberlegter Entwicklungshilfe die Zukunft!

Afrika ist komplex, diese Reise und dieses Buch decken nur einen kleinen Teil seiner Vielfalt ab. Wenn Ihr „Eating with Africa“ in Euren Händen haltet, hoffe ich, dass es Euch nicht nur einen Geschmack von Afrika vermittelt, sondern auch dazu inspiriert, Euer eigenes kleines Afrika zu finden, einen Ort, an dem Ihr Euch aus dem Trott hinausbegeben und es wagen könnt, loszulassen; einen Ort, an dem Ihr Euch lebendig fühlt. Ich widme dieses Buch in tiefster Dankbarkeit allen Menschen, die mir geholfen haben, meines zu finden, indem sie mir ihre Zeit geschenkt und ihre Tische mit mir geteilt haben. Genießt „Eating with Africa!“

Im April 2019 hat Maria Schiffer die Reise für das Kochbuch abgeschlossen! „Eating with Africa“ erscheint beim Dorling Kindersley Verlag und ist seit März 2020 in allen deutschsprachigen Ländern erhältlich. Die Kulinarische Reiseroute: Malawi, Marokko, Namibia, Südafrika, São Tomé und Príncipe, Uganda, Madagaskar, Sambia, Äthiopien, Sierra Leone.

Maria Schiffer Jahrgang 1980, ist eine deutsch-amerikanische Reise- und Food-Fotografin. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Authentizität und einen Schuss Humor aus. Vor „Eating with Africa“ war sie bereits in Äthiopien, Madagaskar, Kenia, Sambia, Ghana, Ruanda, Südafrika und Senegal unterwegs. Sie lebt und arbeitet in Berlin, wo sie hauptsächlich als redaktionelle Fotografin aktiv ist. Zu ihren Auftraggebern zählen renommierte deutsche Reise-, Lifestyle- und Food-Magazine: www.mariaschiffer.com

DANKE Jedem, der mir geholfen hat, als ich meinen letzten Cent ausgegeben hatte: Danke, dass Ihr an mich geglaubt habt! Danke an alle Firmen, die mich in jedweder Form unterstützt haben: BP-Content, Der Feinschmecker Magazine, elbgold Röstkaffee GmbH, Dr. Bock Coaching AkademieDomaine de Baccari, India Club Berlin,  A Kitchen in Uganda

Danke an alle Unterkünfte / Reiseveranstalter, die mich mit Preisnachlässen oder durch Sponsoring unterstützt haben: Dar Zara / Marokko, Omandumba Bush Camp  / Namibia, Ongula Village Homestead Lodge / Namibia, Gondwana Collection / Namibia, Rainmaker.travel / Namibia, Elela Africa / SA, Jan Bester True South Africa Travel / SA , Swartberg Country Manor /SA, TP Offshore Travelagency / Sao Tome und Principe, Papyrus Guesthouse / Uganda, Kara-Tunga Arts & Tours / Uganda , Lake Kariba Inns / Sambia, Lotsi Timerbers / Sambia, Shine on and Stay / Sierra Leone, Oasis Guesthouse, / Sierra Leone, Tokeh Beach Resort / Sierra Leone

„It always seems impossible until it is done.”
Nelson Mandela

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